
Point Cutting, Foilyage, Ghost Layers – beim Friseur und in Frisuren-Artikeln fallen ständig Begriffe, die niemand erklärt. Unser Frisuren-Lexikon schafft Abhilfe: Hier findest du die wichtigsten Fachbegriffe rund um Schnitte, Färbetechniken und Styling, jeweils kurz erklärt und mit einem praktischen Hinweis versehen. So weißt du beim nächsten Beratungsgespräch genau, was du bestellst – und was der Friseur meint, wenn er es vorschlägt.
Schnitte und Frisuren

Bob
Der Klassiker unter den Kurzhaar- und Mittellang-Schnitten: eine kompakte Form zwischen Kinn- und Schulterlänge, mit gerader oder gestufter Kontur. Der Bob ist die wandelbarste Grundform überhaupt – fast alle modernen Trendschnitte sind Varianten von ihm. Eine große Übersicht findest du in unserem Beitrag zu Bob Frisuren.
Long Bob (Lob)
Die verlängerte Bob-Variante, die etwa auf Schulterhöhe endet. Der Lob kombiniert die klare Bob-Silhouette mit genug Länge für Zopf und Dutt – deshalb gilt er als einer der alltagstauglichsten Schnitte überhaupt.
French Bob
Ein kinnkurzer Bob mit Pony, inspiriert vom Pariser Chic der 20er-Jahre. Typisch sind die leicht ausgefransten Enden und das bewusst „ungemachte“ Finish – perfekt sitzen soll er gerade nicht.
Pixie Cut
Kurzhaarschnitt mit kurzen Seiten- und Nackenpartien und längerem Deckhaar (drei bis zehn Zentimeter). Benannt nach der englischen Elfenfigur, berühmt gemacht von Audrey Hepburn und Jean Seberg. Alle Varianten und wem sie stehen zeigt unser großer Pixie Cut Guide.
Pixie-Bob
Hybrid aus Pixie und Bob: kurzer Nacken vom Pixie, längere Frontpartien vom Bob. Die Trendvariante der letzten Saisons – ideal für alle, die kurz wollen, aber nicht ultrakurz.
Shag
Stark durchgestufter Schnitt mit viel Textur am Oberkopf und fransigen Enden, oft mit Pony – der Rock’n’Roll unter den Frisuren. Der Shag ist die intensivste Form des fransigen Stufenschnitts. Beispiele zeigt unser Beitrag zu Shag Frisuren.
Wolf Cut
Mischung aus Shag und Mullet: kurze, stark gestufte Partien am Oberkopf treffen auf längeres Nackenhaar, meist mit fransigem Pony. Wirkt wild und ungezähmt – daher der Name.
Mullet
Vorne und seitlich kurz, hinten lang – die legendäre „Vokuhila“-Silhouette der 80er, heute in weicherer, modernerer Form zurück. Wie die Neuauflage aussieht, zeigt unser Beitrag zur Mullet Frisur.
Stufenschnitt
Grundtechnik, bei der das Haar in unterschiedlichen Ebenen geschnitten wird, um Bewegung und Volumen zu erzeugen. Je nach Intensität reicht das Spektrum von unsichtbaren Ghost Layers bis zum wilden Shag. Beispiele für die fransige Variante findest du bei den fransig gestuften Frisuren.
A-Linien-Schnitt
Bob-Variante, bei der das Haar hinten kürzer ist und nach vorne länger zuläuft – von der Seite betrachtet entsteht die Form eines „A“. Die nach vorn fallenden Spitzen rahmen das Gesicht und strecken optisch.
Undercut
Seiten- oder Nackenpartien werden millimeterkurz rasiert, während das Deckhaar lang bleibt und darüberfällt. Kann offen getragen unsichtbar sein und hochgesteckt zum Statement werden – zwei Looks in einem Schnitt.
Italian Bob
Kinn- bis kieferlanger Bob mit viel Volumen und weich gerundeten Konturen – die glamouröse, „reichhaltige“ Antwort auf den strengen Präzisions-Bob. Besonders schmeichelhaft bei feinem Haar, weil die kompakte Länge Dichte vortäuscht.
Butterfly Cut
Langhaarschnitt mit zwei Stufen-Ebenen: kürzere, gesichtsumrahmende Partien „schweben“ über den langen Längen wie Schmetterlingsflügel. Erzeugt Volumen und Bewegung, ohne echte Länge zu opfern.
Rachel Cut
Der Stufenschnitt, den Jennifer Aniston als Rachel in „Friends“ weltberühmt machte: mittellang, stark gestuft, mit nach außen geföhnten, gesichtsumrahmenden Partien. Erlebt seit einigen Jahren ein großes Comeback.
Pony-Varianten

Curtain Bangs
Ein in der Mitte geteilter Pony, der wie ein Vorhang zu beiden Seiten fällt und in die Längen übergeht. Die pflegeleichteste Pony-Variante: Sie wächst ohne Übergangsphase heraus und passt zu fast jeder Gesichtsform. Inspiration liefert unser Beitrag zu Curtain Bangs Frisuren.
Wispy Bangs
Ein sehr leichter, luftig ausgedünnter Pony, durch den die Stirn noch durchschimmert. Wirkt weicher als ein voller Pony und ist der ideale Einstieg für alle, die sich einen Pony nicht ganz zutrauen.
Vollpony (Blunt Bangs)
Dichter, gerade geschnittener Pony, der die Stirn komplett bedeckt. Setzt ein grafisches Statement und kaschiert eine hohe Stirn – braucht aber alle drei bis vier Wochen einen Nachschnitt. Weitere Varianten zeigt unser Überblick zur Pony Frisur.
Seitenpony
Schräg zur Seite fallender Pony, der weich in die Längen übergeht. Gleicht eckige Gesichtszüge aus und lässt sich an Übergangstagen einfach hinters Ohr stecken.
Micro Bangs
Extrem kurzer Pony, der deutlich über den Augenbrauen endet – mutig, grafisch, modisch. Steht am besten zu klaren Schnitten wie dem French Bob und braucht Selbstbewusstsein plus häufige Nachschnitte.
Schnitttechniken
Point Cutting
Die Schere schneidet senkrecht in die Spitzen statt quer – so entstehen weiche, ausgefranste Enden statt harter Kanten. Die Standardtechnik hinter allen „fransigen“ Looks.
Effilieren
Ausdünnen des Haars mit einer speziellen Effilierschere, die nur einen Teil der Strähne kürzt. Nimmt dickem Haar Masse – bei feinem Haar sollte sparsam effiliert werden, sonst wirken die Spitzen dünn.
Razor Cut (Rasiermesser-Schnitt)
Die Spitzen werden mit dem Rasiermesser statt der Schere geformt – das Ergebnis sind besonders weiche, „zerhackte“ Übergänge. Typisch für Shag, Wolf Cut und den Out-of-Bed-Look; für sehr feines oder strapaziertes Haar weniger geeignet.
Ghost Layers
„Unsichtbare“ Stufen: so fein geschnitten, dass die Kontur intakt aussieht, das Haar aber spürbar mehr Bewegung und Schwung bekommt. Ideal für alle, die Volumen wollen, ohne dass man den Stufenschnitt sieht.
Face Framing
Gesichtsumrahmende, etwas kürzere Partien entlang von Wangenknochen und Kinn – als Schnitttechnik oder in Kombination mit helleren Strähnen. Lenkt den Blick auf Augen und Wangenknochen wie ein natürlicher Highlighter.
Trockenschnitt (Dry Cutting)
Das Haar wird im trockenen, natürlich fallenden Zustand geschnitten statt nass. Unverzichtbar bei Locken und Naturwellen: Nur trocken sieht der Friseur, wie stark das Haar tatsächlich springt.
Färbetechniken

Strähnchen (Highlights)
Der Oberbegriff für alle Techniken, bei denen einzelne Partien heller gefärbt werden als der Grundton. Klassisch in Folien vom Ansatz bis in die Spitzen gearbeitet – für definierte, gleichmäßige Linien. Ideen und Technik-Vergleich findest du im Guide zu braunen Haaren mit Strähnen.
Lowlights
Das Gegenstück zu Highlights: einzelne Partien werden dunkler gefärbt, um Tiefe zu erzeugen. Kommt ganz ohne Blondierung aus und ist damit die schonendste Strähnentechnik.
Balayage
Französisch für „fegen“: Die Aufhellung wird freihändig aufgemalt, meist erst ab Wangenknochen-Höhe, mit weichem Verlauf statt hartem Ansatz. Wächst monatelang unsichtbar heraus. Beispiele in allen Varianten zeigt unser Balayage-Guide.
Foilyage
Balayage-Technik, bei der die aufgemalten Partien zusätzlich in Folie gewickelt werden. Die Wärme intensiviert die Aufhellung – für alle, die den weichen Balayage-Verlauf, aber ein helleres Ergebnis wollen.
Babylights
Sehr feine Mini-Strähnchen, die den natürlichen, sonnengeküssten Kinderhaar-Effekt imitieren. Maximal natürlich, minimal sichtbar – der dezenteste Einstieg in die Welt der Strähnen.
Money Piece
Zwei deutlich hellere Strähnen direkt am Gesichtsansatz, die den Look einrahmen – der „Geld-Effekt“ mit minimalem Färbeaufwand. Oft mit Curtain Bangs kombiniert.
Ombré und Sombré
Farbverlauf von dunklem Ansatz zu hellen Spitzen – beim Ombré mit deutlichem Kontrast, beim Sombré („soft ombré“) mit sanftem Übergang. Vorläufer und Verwandte der Balayage.
Bronde
Kunstwort aus „Brown“ und „Blonde“: ein Farbton genau zwischen Braun und Blond, meist durch dichte Strähnen auf brauner Basis erzeugt. Der Kompromiss für alle, die sich zwischen beiden Welten nicht entscheiden wollen.
Root Shadow (Schattenansatz)
Der Ansatz wird bewusst dunkel getönt, damit hellere Längen weich herauswachsen können. Macht das lästige Ansatzfärben überflüssig – der Trick hinter vielen „pflegeleichten“ Blond-Looks.
Glossing
Eine sanfte Glanz- und Farbauffrischung ohne dauerhafte Farbveränderung, im Salon oder als Heimanwendung. Neutralisiert unerwünschte Warmtöne und frischt Strähnen zwischen zwei Färbeterminen auf.
Grey Blending
Graue Haare werden nicht abgedeckt, sondern mit aschigen oder grau-blonden Strähnen in die Restfarbe „eingewebt“. Die eleganteste Methode, natürliches Grau herauswachsen zu lassen.
Ton-in-Ton
Färbung ohne Blondierung, die nur innerhalb der eigenen Farbtiefe arbeitet – zum Beispiel Nussbraun auf Mittelbraun. Schonend, glanzgebend und ideal, um den Naturton aufzufrischen.
Styling und Pflege

Beach Waves
Lockere, unregelmäßige Wellen, die aussehen wie nach einem Tag am Meer. Entstehen mit Salzspray und Lufttrocknen, über Nacht geflochtenen Zöpfen oder einem Glätteisen in Drehbewegung.
Sleek Look
Spiegelglattes, eng anliegendes Finish – das Gegenteil von Textur und Volumen. Braucht Glätteisen, Glanzserum und einen präzisen Grundschnitt; kleine Unregelmäßigkeiten fallen hier sofort auf.
Undone Look
Bewusst „ungemachtes“ Styling mit zerzausten Wellen und lockerer Textur – auch als Out-of-Bed-Look bekannt. Das Geheimnis: Der Look basiert auf einem guten fransigen Schnitt, nicht auf Zufall.
Diffusor
Tellerförmiger Föhnaufsatz, der den Luftstrom sanft verteilt. Trocknet Locken und Wellen, ohne sie aufzurauen oder zu zerstören – für Lockenköpfe das wichtigste Styling-Werkzeug überhaupt.
Texturspray und Salzspray
Sprays, die dem Haar Griffigkeit und matte Struktur geben – Salzspray imitiert dabei den Meerwasser-Effekt. Das wichtigste Produkt für fransige Schnitte, Beach Waves und jeden Undone-Look.
Silbershampoo
Violett pigmentiertes Shampoo, das Gelbstich in blondem, aschigem oder grauem Haar neutralisiert – Violett ist die Komplementärfarbe zu Gelb. Einmal pro Woche genügt; zu häufig angewendet entsteht ein Graustich.
Bond Builder
Pflegewirkstoffe (bekanntester Vertreter: Olaplex), die beim Blondieren gebrochene Schwefelbrücken im Haar wieder verknüpfen. Als Zusatz beim Färben und als Heimpflege reduzieren sie Haarbruch deutlich – bei jeder Aufhellung empfehlenswert.
Leave-in-Pflege
Pflegeprodukte, die nach dem Waschen im Haar bleiben statt ausgespült zu werden – als Spray, Creme oder Öl. Unverzichtbar für Locken, blondierte Partien und lange Haare, die tagsüber Feuchtigkeit verlieren.
Hitzeschutz
Spray oder Creme, die vor Föhn, Glätteisen und Lockenstab aufgetragen wird und einen schützenden Film um das Haar legt. Ab etwa 180 Grad beginnt Haar strukturell zu leiden – Hitzeschutz ist deshalb keine Kür, sondern Pflicht.
Trockenshampoo
Puder-Spray, das Fett am Ansatz aufsaugt und den Waschtag hinauszögert. Nebeneffekt: Es gibt feinem Haar Griff und Ansatzvolumen – viele nutzen es deshalb sogar auf frisch gewaschenem Haar.
Rosmarinöl
Pflanzenöl, das als Kopfhaut-Treatment die Durchblutung anregen und das Haarwachstum unterstützen soll. Was dran ist und wie du es anwendest, liest du in unserem Beitrag zu Rosmarinöl für die Haare.
Ein Begriff fehlt?
Dieses Lexikon wächst laufend – wir ergänzen neue Trend-Begriffe, sobald sie sich etablieren. Wenn dir ein Fachwort begegnet, das hier fehlt, schreib uns gerne über die Kontaktseite. Und wenn du die Begriffe in Aktion sehen willst: In unseren Frisuren-Guides, etwa zu Bob Frisuren ab 50 oder den einfachen Frisuren, findest du zu fast jedem Lexikon-Eintrag passende Bildbeispiele.

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